Blogs

Gnade dazwischen

ich schwebe
im Nichts

Entwurf? Modell? Ein fertiges Gefäß?
bin ein Dazwischen

zwischen allen Welten.

ziellos erdlos himmellos
nicht hinauf nicht hinab

durch die Taufe Bürger des Lichts
durchs Leben Bürger der Dunkelheit

höre den Aufgang
des Dunkels

weiß, es ist da:
Hunger Leid Krieg

existent und 
kalt und 
bedrückend und 
hier.

harre auf den Aufgang
des Lichts

weiß, es ist da:
Sonne in der Nacht

Es kommt ein Schiff geladen

  1. Es kommt ein Schiff, geladen
    bis an sein' höchsten Bord,
    trägt müde Kameraden,
    die fliehn vor Tod und Mord.
  2. Das Schiff geht still im Triebe,
    es trägt ein teure Last:
    Die Menschen suchen Liebe,
    woll'n sein bei uns zu Gast.
  3. Das Schlauchboot haft' auf Erden,
    da ist das Schiff am Land.
    Voll Hoffnung die Gefährten:
    Zuflucht im Abendland.
  4. Zu Homs im Krieg geboren
    im Schutt ein Kindelein,
    ging es nun nicht verloren:
    Behütet muss es sein!

Weihnachtssegen

Und nun geht. Geht mit Gottes Segen.
Geht hinein ins Dunkel dieser Nacht.
Spürt in allem, was euch dort begegnet,
die Freude, die euch Gott hat zugedacht.

Also geht. Gehet eure Wege.
Füllt die Erde an mit Zuversicht.
Singet laut an gegen alle Zweifel
von dem, der durch dies Kindlein zu uns spricht.

Doch nun geht. Die Nacht ist voller Wunder.
Das Leben ist erschienen uns im Kind.
Es lässt uns ahnen Licht und Fried und Freude
für alle die, die guten Willens sind.

Das ist für euch

Das ist für euch, die ihr mit Sturmgewehren
und Bomben meint, den Glauben zu verbreiten.
Mit Toten glaubt ihr, euren Gott zu ehren,
mit Unterdrückung wollt ihr ihm den Weg bereiten.
Das ist für euch, die ihr den eignen Glauben
verkennt und ihn für euren Hass missbraucht.
Die ihr Diskurs und Meinung niemals wollt erlauben,
die ihr die Angst, den Hass für eure Macht gebraucht.

Paris

Live-Aufnahme von den "Klängen in der Nacht" am 11.12.2015 (leider qualitativ nicht perfekt)

Erbarm dich, Herr! Herr, erbarme dich!
Erbarm dich, Herr! Herr, erbarme dich!
Erbarm dich über unsre kranke Welt.

Der Frieden ist so ein gar brüchig Ding.
Wir sehnen, beten, zweifeln und wir hoffen,
und sind doch heute leer, sind tief getroffen.
Wir finden in dem Morden keinen Sinn.

Das reichste Land

ein völlig utopisches Märchen

Es war einmal ein Land, das war eines der reichsten der Welt. Den Menschen ging es gut. Sie waren zufrieden mit ihrem Leben, jedenfalls die meisten. Natürlich gab es auch hier Menschen, die sehr reich waren, und andere, die sehr arm waren. Manche, aber nur wenige, hatten kaum genug, um ihre Miete zu bezahlen, geschweige denn, um genug gutes Essen zu kaufen. Doch es war eines der reichsten Länder der Welt, und wer nicht genug zum Leben hatte, bekam Hilfe, nicht viel, aber immerhin.

Wir sind eine Welt!

Mein Schwiegervater stammt aus dem Sudetenland. 16 Jahre war er alt, als er mit seiner Familie aus der Heimat vertrieben wurde, nichts durften sie mitnehmen außer das, was sie selbst tragen konnten. Und wer sich umdrehte und zurückschaute, wurde erschossen. Diese Erlebnisse haben ihn geprägt für sein Leben. Wer so etwas erlebt hat, kann nicht mehr vollkommen vertrauen. Wer so etwas erlebt hat, kann keine Heimatgefühle mehr empfinden, für keinen anderen Ort. Wer so etwas erlebt hat, kann keine Wurzeln mehr schlagen.

der letzte Zug

Ächzend ließ sich Klaus aus seinem Rollstuhl herab auf den Bahnsteig. Es war mitten in der Nacht. Vor zwei Tagen war er abgehauen. Sicher suchte man ihn überall, ihn, den fast Neunzigjährigen. Alle hielten ihn für plemplem. Doch er, er hatte es immer noch geschafft. Ganz allein, mit der Bahn. Er wusste ja, wo er Hilfe bekommen konnte. Er war doch vom Fach. Gut, dass er den Rollstuhl mitgenommen hatte, obwohl er durchaus noch ein paar Schritte selbst gehen konnte. Das machte die Menschen hilfsbereiter, und irgendwie schien es ihm auch angemessen, auf Rädern hierher zurückzukehren.

Seiten

RSS – Blogs abonnieren