Tod

Du kennst mich

Mein Lebenston wird schon sehr bald verklingen.
In hundert Jahren weiß kein Mensch von mir.
Bis dahin will ich dir zum Lobe singen.
Bis dahin bringe ich mein Loblied dir.

Ich leb und liebe, doch du setzt den Rahmen.
Ich hoff und singe, bete ohne Ruhn. 
Doch einmal ist‘s genug, ich spreche „Amen“
und leg in deine Hände all mein Tun.

Was man von hier aus sehen kann

Autor/in: 


Immer, wenn die alte Selma von einem Okapi träumt, stirbt jemand im kleinen Dorf im Westerwald. Luise, ihre Enkelin, ist gerade zehn, als der Tod durch die Tür tritt. Alle hatten sich nach Selmas Traum vorbereitet, hatten letzte Wahrheiten ausgetauscht, die sie immer für sich behalten hatten. Selbst der Optiker hätte sich beinahe gegen seine inneren Stimmen durchgesetzt und Selma seine Liebe gestanden, die doch für das ganze Dorf so offensichtlich ist …

Texte vom Oberndorfer Karfreitag 2017

Unser Weg: Allein, in Schuld

Klage und Kyrie: Improperien – dazwischen „erhöre uns Herr“
Improperien I

Menschen stehen unter dem Kreuz. Gott fragt: Was habe ich dir getan, dass du gegen mich handelst?
So spricht er zu uns durch den Propheten Micha:
Was habe ich dir getan, mein Volk, und womit habe ich dich beschwert? Das sage mir!

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Autor/in: 

Harold Fry, seit einigen Monaten im Ruhestand, ist ein völlig unauffälliger, geradezu langweiliger Mensch. Nie ist er in seinem Berufsleben aufgefallen. Mit seiner Frau Maureen verbindet ihn nicht mehr viel, sie gehen sich aus dem Weg. Sein Leben tröpfelt so vor sich hin.

Ein ganzes halbes Jahr

Autor/in: 

Louisa Clark ist eine etwas verpeilte junge Frau, die in einem Ort in der Nähe von London bei ihren Eltern wohnt und in einem Café arbeitet. Sie hat ein nettes, aber irgendwie auch langweiliges Leben. Dann wird ihr Café geschlossen und Louisa muss sich einen neuen Job suchen. Nicht ganz so einfach – doch schließlich wird sie für sechs Monate angestellt, um einen querschnittsgelähmten jungen Mann zu pflegen. 

der letzte Zug

Ächzend ließ sich Klaus aus seinem Rollstuhl herab auf den Bahnsteig. Es war mitten in der Nacht. Vor zwei Tagen war er abgehauen. Sicher suchte man ihn überall, ihn, den fast Neunzigjährigen. Alle hielten ihn für plemplem. Doch er, er hatte es immer noch geschafft. Ganz allein, mit der Bahn. Er wusste ja, wo er Hilfe bekommen konnte. Er war doch vom Fach. Gut, dass er den Rollstuhl mitgenommen hatte, obwohl er durchaus noch ein paar Schritte selbst gehen konnte. Das machte die Menschen hilfsbereiter, und irgendwie schien es ihm auch angemessen, auf Rädern hierher zurückzukehren.

Gebet für die Toten von Germanwings 4U9525

 

Gott, du schenkst Leben und du nimmst es wieder zurück in deine Hand.

Fassungslos stehen wir da angesichts der Nachrichten.

Wir können es nicht verstehen.

Wir suchen nach Sinn und finden nichts.

Gott, halte du die Toten und alle, die um sie trauern, in deiner Hand.

Gib den Helfern die Kraft, die sie benötigen.

Hilf, zu vergeben, wo Vergebung unmöglich erscheint.

Hilf uns, zu hoffen und zu vertrauen, dass deine Liebe stärker ist als der Tod.

Amen.

Kreuz am Altar

Klein, unscheinbar, verloren
inmitten all der Pracht
all der Kunstwerke
leicht zu übersehen
und doch ist es
das Wichtigste
das Zentrum
die Quelle
das Kreuz
Tod
...
Leben
das Kreuz
die Quelle
das Zentrum
das Wichtigste
nicht mehr ist es
jemals zu übersehen
alle Kunst weist auf ihn.
Alle Pracht gilt doch nur ihm.
Kleiner Mensch, unscheinbar, Retter.

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